Montag, 7. Juni 2010

Warum randomisierte kontrollierte Studien besser sind

Letztens bei Anna im Blog kam im Zusammenhang mit dem Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie die Frage auf, warum gut durchgeführte Studien besser sind als Intuition und Erfahrung. Heute habe ich übers GWUP-Blog einen Artikel aus dem Ärzteblatt gefunden, der darlegt, warum die randomisierte kontrollierte Studien der Königsweg bei der Prüfung von Therapieeffekten ist: Randomisierte kontrollierte Studien: Kritische Evaluation ist ein Wesensmerkmal ärztlichen Handelns. Dtsch Arztebl 2008; 105(11): A 565–70

Zitat übernommen von hier:
Die Resultate von RCT [Randomisierte kontrollierte Studien] widersprechen oft der unmittelbaren klinischen Erfahrung. Der günstige Spontanverlauf von Erkrankungen, die selektive Symptomschilderung durch Patienten und die selektive Wahrnehmung von Ärzten, der Arztwechsel von unzufriedenen Patienten und damit ein unvollständiges Follow-up, eine verzerrte Erinnerung und anderes mehr tragen dazu bei, dass im Versorgungsalltag Therapieeffekte oft zu positiv eingeschätzt werden. Die Versorgungspraxis gibt also ein tendenziell geschöntes Feedback …
Aderlässe und Klistiere für jegliche Beschwerden, Bettruhe bei Rückenschmerzen, zu großzügig verordnete kardiale Antiarrhythmika, Schonung des Herzkranken – RCT waren und sind das aufklärerische Instrument, um Vorurteilen und gefährlichen Praktiken zu begegnen. Ärzte müssen nachweisen, dass die von ihnen vorgeschlagenen Behandlungen nachweislich mehr nutzen als schaden. Dies lässt sich nur mit wissenschaftlich validen Studiendesigns belegen, mit RCT an prominenter Stelle. Diese kritische Evaluation wird damit zu einem zentralen Definitionskriterium eines verantwortungsvollen therapeutischen Handelns.”

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